Samstag, 20. Oktober 2018

Steampunk Handbuch für Monsterjäger von T.Vick


Titel: Steampunk Handbuch für Monsterjäger
Autor: Tyson Vick
Übersetzer: Anja Bagus und Anne Amalia Herbst
Seiten: 256
Gebundene Ausgabe mit vielen Bildern


Dieses Buch hat eine schwere Reise hinter sich, da es sechs Wochen ungeliebt bei einer Poststelle lag, da ich weder einen Zettel im Briefkasten hatte, dass es abgeholt werden möchte, noch zurückgeschickt wurde. Zu meinem Glück, denn so konnte ich es doch noch retten und endlich aus seinem engen Karton befreien.
Der erste Eindruck ist fantastisch: das Buch ist groß und schwer, die Seiten sind aus sehr gutem Material und die Bilder farbenfroh. Auf den ersten Blick wirkt das Buch mit sehr viel Liebe gestaltet.

Das Buch ist das Tagebuch von Philomena Dashwood, einer jungen Monsterjägerin auf einer Monsterreise mit einem Luftschiff. Gespickt ist das Tagebuch mit Fotos von den Menschen und Monstern, denen sie begegnet, Momentaufnahmen und Reisematerial. Zwischendurch lässt sich auch eine Karte blicken. Das erste, was mir beim Lesen aufgefallen ist, ist die fehlende Jahreszahl. Wenn ich ein Tagebuch schreibe, möchte ich doch wissen, in welchem Jahr mir das alles passiert ist. Dafür steht der Wochentag da, den ich eher uninteressant finde. Nach jedem Abenteuer von Philomena kommen „Tipps für Monsterjägerinnen“. Gleich das nächste Problem: Wenn es ein Monsterjägerhandbuch ist, warum stehen dann nur Tipps für Monsterjägerinnen drin? Dann hätte man das doch gleich Monsterjägerinnenhandbuch nennen können, oder eben Tipps für Monsterjäger allgemein. Des weiteren sind einige Tipps recht albern, z.B. die Körpersprache mit einer Mumie. Das alles zieht die Monsterjagd von Frauen sehr ins lächerliche, da sie anscheinend mehr auf Etikette achten als echte Tipps bei der Monsterjagd zustande zu bringen. Finde ich sehr schade.

Komme ich nun zu der Aufmachung: Die Tagebucheinträge sind auf vergilbten Papier, manchmal mit kleinen Zeichnungen. Diese Seiten finde ich recht stimmig, auch wenn die Tagebucheinträge es nicht sind. So würde ich keine Tagebucheinträge schreiben. Es sind Kurzgeschichten, denen es manchmal an Details fehlt, weil sie eben Tagebucheinträge darstellen sollen. Also nicht Halbes und nichts Ganzes.
Die Bilder sind, wie oben schon erwähnt, sehr farbenfroh. Und genau da liegt das Problem. Die Fotos wirken zu gestellt, die Darsteller sehen zu geleckt aus für Bilder, die mitten im Geschehen geschossen worden sein sollen. Außerdem fehlt mir ein Filter über dem ein oder anderen Bild. Es gibt auch Bilder, die sehr stimmig aussehen, doch in einem Tagebuch erwarte ich ein paar Knickfalten, vielleicht mal ein Fleck, und dass man den Bildern ein gewisses Alter ansieht. Wenn man sich mit den Fotos solche Mühe macht, warum bringt man es dann nicht zu Ende? Natürlich gibt es auch viele Fotos, die stimmig waren und mir sehr gefallen haben, z.B. die Fotos aus der Irrenanstalt. Auch das Zusatzmaterial, wie die Anzeige für die Monsterjagd oder die Sicherheitshinweise bei einer Evakuierung eines Luftschiffes, fand ich sehr stimmig.

Alles in allem kann ich nicht bezweifeln, dass dieses Buch mit viel Liebe gestaltet wurde, doch meinen Ansprüchen genügt es nicht. Die Fotos sind zu gestellt und passen für mich nicht in ein Tagebuch. Die Models sehen gecastet aus und nicht, als wären sie tatsächlich in dieser Steampunk-Szene aktiv. Die Kostüme wurden sicherlich mit viel Liebe zum Detail ausgesucht, sehen aber zu neu aus. Die Menschen sind aufpoliert und passen für mich nicht zum Steampunk. Die Tipps für Monsterjägerinnen sind mir zu albern. Ich würde dieses Buch für Monsterjäger nicht empfehlen, da ich es dahingehend wenig hilfreich finde. Die Aufmachung ist aufwändig und edel, der textliche Inhalt witzig und lesenswert, aber das drum herum hat mich enttäuscht.

Freitag, 12. Oktober 2018

Broken Wide - Gefährliche Freiheit von S.K.Quinn


Titel: Broken Wide – Gefährliche Freiheit (Mindjack #6)
Übersetzer: Michael Drecker
Seiten: 282
eBook
Mindjacker-Reihe (6 Teile)

Achtung! Spoiler zu der Mindjack-Reihe!

Zeph hat viel um die Ohren. Er will Tiller aufhalten, seinen Vater aus Wrights Klauen befreien, beweisen, dass der Präsident am Anschlag auf seinen Vorgänger beteiligt war und nebenbei noch Frieden zwischen Jackern und Lesern herstellen. Doch am liebsten möchte er Tessa schnappen und dem ganzen Wahnsinn entfliehen. Doch dafür steckt er schon zu tief drinnen.

Das Finale der Mindjack-Reihe ist aufreiben. Der sechste Teil schließt unmittelbar an den fünften an und genauso unmittelbar ist der Leser wieder im Geschehen drin. Zeph hat sich eine Menge vorgenommen, doch wer die Reihe kennt, weiß, dass er meistens irgendwie schafft, was er sich vornimmt. Doch natürlich geht auch wieder eine Menge schief, Pläne gehen nicht so auf, wie Zeph sich das gedacht hat, oder Wright und die DARPA sind ihm mal wieder voraus.
Wird der Frieden zwischen Lesern und Jackern möglich sein? Im Lauf der Mindjacker-Reihe ist auch in mir der Wunsch nach Frieden zwischen Jackern und Lesern gewachsen, doch gleichzeitig wachsen auch die Zweifel, ob das überhaupt möglich ist. Solange nicht alle ehrlich mit einander sind, also Politiker zu den Lesern und Jackern, so lange wird es keinen Frieden geben. Das hat auch Zeph erkannt. Doch was kann er schon tun? Er ist ja selbst nicht ehrlich.

Das Finale reißt den Leser mit, und kaum wühlt man sich durch das Geschehen an Zephs Seite, ist es auch schon wieder vorbei und man kann aufatmen. Hat er es geschafft? Das erzählt euch Zeph lieber selbst. Und wer die Mindjacker noch nicht kennt, dem empfehle ich Kiras Geschichte.

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Im Schatten des Mondes von C.Antelmann


Titel: Im Schatten des Mondes
Autor: Corinna Antelmann
Seiten: 204
Taschenbuch

Leo ist ein Mondscheinkind. Mit zwei wurde dieser Gendefekt bei ihm festgestellt, der verhindert, dass er UV-Licht verträgt. Seitdem hat er viel über sich ergehen lassen: Den Spott der Kinder in der Schulde, Operationen, die Liebe seiner Mutter, die Abneigung seines Vaters und den Neid seiner Schwester. So verspricht er sich von dem Schulwechsel nicht viel. Sein einziger Freund ist der Wolf im Zoo, der, wie er, hinter Gittern gefangen ist und den Feind, den Mondmann, an heult. Doch eines Nachts steht plötzlich ein Mädchen neben ihm vor dem Wolfskäfig.
Ina lebt in ihrer ganz eigenen Welt. Sie ist Astronautin und möchte mit ihrer Rakete auf den Mond fliegen. Sie lebt am liebsten Nachts, und so ist es nicht verwunderlich, dass sie den mondfarbenen Jungen am Wolfskäfig überrascht.

Dieses Buch ist außergewöhnlich. Es ist zwar eine Liebesgeschichte, doch anders, als man vermuten möchte bei diesem Cover. Es ist vor allem eine Geschichte über einen 16 jährigen Jungen, dessen Leben mit zwei Jahren endete. Seitdem lebt er eigentlich nur noch von Operation zu Operation, weiß selbst nicht, was er will, und verlässt sich auf seine Mutter, die nur für ihn zu leben scheint, auch wenn er das gar nicht möchte. Er ist in sich gekehrt, allein mit seiner Krankheit, und eigentlich hofft er nur, dass es bald vorbei ist.
Es ist aber auch eine Geschichte über Familie, Mutterliebe, Freundschaft, und dass jeder seines eigen Glückes Schmied ist. Und dass man manchmal einen Freund braucht, eine andere Sichtweise, um sein Leben ändern zu wollen. Licht und Schatten, Sonne und Mond. Sie können nicht ohne einander, und Leo und Ina erzählen ihre Geschichte lieber selber.

Der Leser lernt in diesem Buch den Mond nicht nur von seiner strahlenden Seite kennen, sondern auch von seiner Schattenseite. Und dass auch diese voller Schönheit ist. Der Schreibstil ist sehr leicht zu lesen, und doch manchmal etwas verwirrend. Was ist Wirklichkeit und was ein Traum? Gibt es da überhaupt einen Unterschied? Und wer bestimmt das? Leos Mutter? Inas Paps?