Mittwoch, 31. Januar 2018

Monatsrückblick: Januar 2018


Willkommen im neuen Jahr. Alles ist noch so frisch, so neu. Oder nicht? Hier meine gelesenen Bücher:
- Das Herz des Verräters
- Drei Steine (Graphic Novel)
- Lockwood&Co. - Der wispernde Schädel
Das macht 10 beendete Bücher und 2550 gelesene Seiten. Hier sind meine Neuzugänge und mein SuB:
Neuzugänge: 7 und eine Karte von Kar Duk (Der Wanderer)

SuB: 22 Bücher



Top Charakter: Kaden aus Das Herz des Verräters
Flop Charakter: Die Fittes-Agenten in ihren piekfeinen Uniformen.
Top des Monats: Liebe ist, wenn er dir ein Bild einer Seegurke schickt. (Pfui, ihr mit euren schmutzigen Gedanken!)

Flop des Monats: Mein Freund ist im Urlaub. Ohne mich. :( :D

Sonntag, 28. Januar 2018

Von den Gewohnheiten eines Bücherdrachen

Oder: Vom Aussortieren einiger Bücher

Ich liebe Bücher! Wer hätte das gedacht, immerhin befinden wir uns hier auf einem ähm … Bücherblog. Und jeder, der Bücher liebt, hat seine ganz eigenen Ansichten.
Hier sind meine:
1. Bücher sind Gebrauchsgegenstände. Sie dürfen bei mir gelesen aussehen. Klar, den Schutzumschlag lasse ich bei HC zu Hause. Aber Leserillen bei TB sind gerne gesehen. Je gelesener ein Buch aussieht, desto mehr wird es geliebt.
2. Gefällt mir ein Buch nicht, fesselt es mich nicht, langweilt es mich, spricht es mich nicht an, breche ich es ab. Das Leben ist zu kurz für „schlechte“ Bücher.
3. Besagte abgebrochene Bücher werden aussortiert. Ich verkaufe sie oder gebe sie in einen Bücherschrank oder verschenke sie. Nur weil sie bei mir kein Zuhause gefunden haben, heißt das nicht, dass sie ungewollt sind. Und der Platz ist mir einfach zu kostbar, um ihn mit ungewollten Bücher zu verstopfen. Mieten sind einfach teuer in Berlin und eine eigene Bibliothek kann ich mir leider nicht leisten ;)
4. Manchmal hype ich ein Buch und die Folgebände sind dann eher so mittelmäßig. Und dann sortiere ich die gesamte Reihe aus, oder eben nur die Folgebände. Das kommt ganz darauf an.
5. Neue Bücher werden grundsätzlich im stationären Buchhandel gekauft. Jetzt mal ehrlich, die meisten Bücher, die man bestellen muss, werden über Nacht in den Laden geliefert. Und man kann manchmal auch online bestellen und am nächsten Tag abholen. Ein Hoch auf den stationären Buchhandel!
6. Auch gebrauchte Bücher wollen geliebt werden und ein neues Zuhause haben. Ebenso Mängelexemplare. Die kann man auch online kaufen ;)
7. eBooks sind genauso echte Bücher die Prints! Und manche eBooks sollte es auch gedruckt geben.

Wie sieht das bei euch aus? Lest ihr Taschenbücher sehr vorsichtig, weil ihr keine Leserillen haben wollt? Hebt ihr alle Bücher auf? Wo kauft ihr eure Bücher?

Freitag, 26. Januar 2018

Cenuşă - Asche zu Asche von S.Mühlsteph


Titel: Cenuşă - Asche zu Asche
Autor: Stefanie Mühlsteph
Seiten: 120
Taschenbuch

„Es wurden schon immer Kriege gefochten und solange es Menschen gibt, werden sie etwas oder jemanden finden, den sie bekämpfen können. Das ist ihre Natur.“ (S.53)

Gestern ist noch eine Novelle im Art Skript Phantastik Verlag erschienen und dieses Büchlein ist ebenso hübsch, die Der Hain hinter dem Herrenhaus. In die Gestaltung wird so viel Liebe investiert, dass es sich schon allein deswegen lohnt, sich das Programm mal näher anzuschauen.

Klappentext:
»Die grausamsten Entscheidungen treffen wir für die Menschen, die wir lieben.«

1918 - Das Jahr in dem der große Krieg zwischen Maschinisten und Teslanern ausbrach. Die Magierzunft könnte dem Blutvergießen ein Ende setzen, doch ihre Gesetze verbieten ein solches Eingreifen. Trotzig widersetzt sich das technomagisch begabte Halbblut Darja diesem höchsten Gebot und soll zur Strafe durch den Todesfluch hingerichtet werden. Nur mit einer Finte gelingt die Flucht. Jedoch ist ihr nun der Tod höchstselbst auf der Spur – und ihm kann niemand entkommen. 


Darja ist eine wirklich aufregende Persönlichkeit, da sie eine Begabung hat, die sehr selten ist. Sie wendet ihre Magie an, um den Krieg zwischen Maschinisten und Teslanern zu verhindern. Dass der Tod ihr auf der Spur ist, hält sie nicht davon ab, die Welt retten zu wollen. Im Gegenteil, es spornt sie sogar noch etwas mehr an.
Die Welt, in der Darja lebt, ist mehr als phantastisch. Diese Mischung aus Steampunk und Teslapunk, Magie und Natur ist einfach berauschend. Ich weiß gar nicht, was ich noch dazu sagen könnte, außer: Lesen! Ich liebe diese Novelle, denn sie hat viel Potenzial für mehr. Ich hoffe, die Autorin träumt noch etwas mehr von dieser Welt, weil ich doch mit vielen offenen Fragen zurück geblieben bin. Das Buch ist trotzdem Cliffhanger-frei, also keine Angst.

Donnerstag, 25. Januar 2018

Der Hain hinter dem Herrenhaus von J.Wood

Titel: Der Hain hinter dem Herrenhaus
Autor: Jenny Wood
Seiten: 184
Taschenbuch


»Ich würde meiner Persönlichkeit weitere Rädchen hinzufügen und sie so eines Tages perfektionieren.« (Zitat aus dem Klappentext)

Konstantin Balthasar von Heerstein ist ein Lebemann, als er unverhofft zu einem guten Erbe kommt. Sein neues Haus überrascht ihn nicht nur mit einigen dampfbetriebenen Neuheiten, sondern auch mit einem umsichtigen Hausmädchen. Sandrin verzaubert ihn auf ihre ganz eigene Art und macht nebenbei noch den besten Tee, den er jemals getrunken hat. Doch sie hat auch ein Geheimnis, hinter das er schneller kommt, als ihm lieb ist. Und sein ganzes neues Leben steht plötzlich auf dem Spiel.

Dieses Buch ist so hübsch! Ich liebe ja die Bücher aus dem Art Skript Phantastik Verlag, weil sie nicht nur von außen so wunderschön sind, sondern auch innen mit sehr viel Liebe gestaltet sind. Und diese Novelle ist da keine Ausnahme. Man könnte mir jetzt vorwerfen, ich wäre ein Coverlover, aber das tolle an diesen Büchern ist, dass der Inhalt ebenso „hübsch“ ist, wie die Aufmachung.

Konstantin ist zwar ein Lebemann, aber er hat trotzdem mehr im Kopf als nur Frauen, Alkohol und Kartenspiel. Die Kunst hat es ihm angetan, obwohl seine Familie es lieber gesehen hätte, wenn er Anwalt oder Arzt geworden wäre. Doch er mag das schöne im Leben, und danach lebt er auch.
Sandrin ist mehr als nur ein Hausmädchen. Sie ist die Wächterin des Hains hinter dem Herrenhaus und nimmt ihre Aufgabe sehr ernst. Doch kann sie Konstantin nicht davon abhalten, dem Ruf der Kunst zu folgen.
Zusammen erleben sie ein aufregendes Abenteuer, stellen sich Wölfen und Schlangen, und erobern die die Herzen der Leser. Ich bin etwas traurig, dass ich sie so schnell wieder gehen lassen musste, da ich sie schnell ins Herz geschlossen habe.

Samstag, 20. Januar 2018

Necronomicon von H.P.Lovecraft

Titel: Necronomicon
Autor: Howard Phillips Lovecraft
Verlag: Festa
Übersetzer: aus dem Amerikanischen von A.F. Fischer
Seiten: 330
H.P.Lovecraft – Bibliothek des Schreckens

Der beste Weg mich zum Lesen eines geliebten Buches zu bringen ist, es mir einfach zu schenken. In dem Fall musste die Wissenslücke über H.P.Lovecraft gefüllt werden. Erfolgreich, wie ich meine. ;) Und wenn dann das Buch in sich selbst vorkommt, ist es ein Jackpott für mich!

„Etwas an dieser Szenerie gemahnte mich an die seltsamen und verstörenden asiatischen Gemälde von Nicholas Roerich und an die noch seltsameren und noch verstörenden Beschreibungen der von bösen Sagen umrankten Hochebene von Leng, die in dem gefürchteten Necronomicon des wahnsinnigen Arabers Abdul Alhazred enthalten sind.“ (S.160)

Dieses Buch ist eine Sammlung von acht Kurzgeschichten, die den Leser durch Zeit und Raum führen. Ich bereiste eine Stadt ohne Namen in der Wüste, die Venus, die Berge des Wahnsinns, und ich habe alles überlebt, wenn auch meist nur knapp. Diese Geschichten üben eine ganz eigene Faszination aus und ich bin sehr froh, dass ich quasi dazu gezwungen wurde, sie zu lesen. Wobei ich nicht sagen kann, welche mir besser gefallen hat. Sagen kann ich nur, dass mich einiges an Dr.Who erinnert, vor allem die Echsenmenschen. Ganz ehrlich, wer würde da nicht an die Homo Reptilia denken?

Der Schreibstil ist sehr flüssig, Vor allem die Erzählperspektive hat es mir angetan, da es immer als ein Bericht über Vergangenes erzählt wird. Der Leser hat also einerseits das Gefühl direkt dabei zu sein, andererseits aber auch sicher zu sein, weil alles schon passiert ist. Die Berichte sind sehr detailliert und oftmals fällt es einem schwer zu unterscheiden, was Real und was Fiktion ist. Doch das macht es besonders spannend.
Bei dem ganzen spannenden und der tollen Erzählperspektive ist aber nicht zu vergessen, dass es nun mal Horrorgeschichten sind. Manchmal ist mir schon das Grauen gekommen und ich musste das Buch kurz zuklappen und das ganze sacken lassen. Doch ganz weglegen konnte ich es auch nicht. Ich kann die Faszination mit diesem ganzen Lovecraftuniversum verstehen und freue mich schon sehr, mehr darüber zu erfahren.


Mittwoch, 17. Januar 2018

Gastrezension: Die Uhr und der Kerzenhalter




Die Schöne und das Biest
Die Uhr und der Kerzenhalter


- über die 2017er Realverfilmung von "Die Schöne und das Biest" -



Einleitend möchte ich klarstellen, daß sowohl Kenntnis des 1991er Zeichentrick, als auch der 2017er Realverfilmung vorausgesetzt werden und daß ich mich weder auf das ursprüngliche Material, welches bereits dem Disneyfilm von 1991 als Vorlage diente beziehe, noch geht es mir um irgendwelche unterschwellige Propaganda in Disneyfilmen, bzw. allgemeine Kritik am Konzern Disney. Hier spricht lediglich eine enttäuschte Seele, die mit "Die Schöne und das Biest" (welcher im Folgenden von mir als "Original" betitelt wird) groß wurde und viele Jahre später zusah, wie ein einst so traumhaft schöner Film respektlos mit Füßen getreten wurde.


Emma Watson! Ich bin kein Fan von ihr, doch habe ich ebensowenig Negatives über sie zu sagen. In den Harry Potter Filmen - durch welche sie wohl die meisten kennen werden - habe ich sie sehr gern gesehen. Als dann eine weitere Realverfilmung von "Die Schöne und das Biest" angekündigt wurde, was bei ähnlichen Titeln zur Zeit im Trend zu sein scheint, war ich äußerst erfreut über diese Neuigkeit, da jener Film in meiner Kindheit mein Lieblingsfilm aus dem Hause Disney war und es auch bis heute geblieben ist. Doch schon den ersten Zeilen diverser Seiten im Internet war zu entnehmen, daß Emma Watson die Rolle der Belle spielen würde. Warum nur? Ich dachte an die Belle meiner Kindheit zurück und so sehr ich mir auch Mühe gab, gelang es mir nicht, diese beiden Personen miteinander zu verbinden. Hätten sie nicht, wie damals Natasha Henstridge für "Species", eine unverbrauchtere Darstellerin für Belle finden können, um sie optisch passend auf die Leinwand zu bringen? Den 1991er Film nur im Hinterkopf war es schon schwierig genug, Emma Watson in dieser Rolle zu akzeptieren, doch nachdem ich beide Filme an einem Abend in direkter Folge sah, war es umso unverständlicher, wie jemand der Meinung gewesen sein konnte, Emma Watson sei eine gute Wahl gewesen für die Rolle der Belle. Ihre einst liebevolle und hilfsbereite Ausstrahlung aus dem Original ist wie weggefegt. Stattdessen sah ich eine junge Frau, die ihren Job macht. Leidenschaftslos, gestellt, jeglicher Authentizität beraubt. Schon das erste Lied wirkt aufgesetzt und künstlich. Sie ist nicht Belle. Sie spielt nur eine Rolle und diese nicht überzeugend.

Das Original zeigte die Vorgeschichte anhand von verschiedenen Standbildern. In der Realverfilmung wurde darauf verzichtet. Stattdessen bekommt man übertrieben geschminkte Menschen, wie Clowns aus einem Zirkus, zu sehen. Größter Kritikpunkt der Vorgeschichte ist jedoch die Reaktion des Prinzen auf die Hexe. Im Original sah sie etwas gruselig aus. Sie wirkte nicht sehr vertrauenserweckend und auch wenn ich seiner Entscheidung nicht zustimme, so konnte ich zumindest nachempfinden, warum der Prinz sie wegschickte. In der Realverfilmung hingegen sieht die Hexe aus, wie eine liebe, nette, alte Dame. Sie betritt zwar das Schloß nach dem Klopfen ohne eine Genehmigung einzutreten, doch ich wage zu bezweifeln, daß dies ausreichend rechtfertigt, sie wegzuschicken. Entweder der Prinz ist der herzloseste Mensch auf diesem Planeten oder die Darstellung der Hexe ist ungeschickt. Wenn der Prinz tatsächlich so herzlos ist, eine solche alte, nicht bedrohliche Frau wieder wegzuschicken und sich mit all seiner Gefolgschaft über sie lustig zu machen, dann bezweifle ich sehr stark, daß er - ganz gleich wie lange er ein Biest ist - jemals zu einer Einsicht kommt, er könne falsch gehandelt haben. Die Eingangsszene ist daher in meinen Augen ein Charakterbruch mit dem des Biests, wie ich es kennen gelernt habe.

Die Neuverfilmung beginnt danach, wie das Original, in Belles Dorf. Die Illusion wäre perfekt, würden Bühnenbildner zwischen den Dorfbewohnern durch das Bild rennen. Denn der gesamte Film wirkt wie ein einziges Theater. Zugegebenermaßen ein sehr schönes und ansehnliches Theater. Wäre da nicht dieses kleine Problem, daß es eben kein solches ist. Es ist ein Film, der - sofern man nicht George Lucas heißt - für die Zukunft so bleibt, wie er ist. Ein Theater verändert sich mit jeder Aufführung und lebt mMn davon, daß es nicht perfekt ist. Dies macht einen gewissen Charme aus. Nicht jeder Darsteller ist identisch, jeder bringt seine eigene kleine Interpretation mit hinein. Nicht aber in einem Film. Ein Film ist ein von Anfang bis Ende konstruiertes Abbild einer Vision, an der man so lange schrauben und werken kann, bis sie perfekt ist - oder das Geld alle. Als hätte ein Zuschauer mit einer sehr guten Kamera ein Theaterstück gefilmt, plätschert so die Geschichte vor nach "Kulisse!" schreienden Umgebungen vor sich hin.
Dieses Gefühl, ein Theater anzusehen, wird weiterhin verstärkt, als zusätzliche Charaktere wie Gaston, LeFou oder Belles Vater ins Spiel kommen. Gaston, welcher in den Gesichtszügen und der Kleidung nicht unpassend dargestellt ist, versagt dafür auf persönlicher Ebene gänzlich. Ist er im Original ein hinterhältiger Gegenspieler der guten Seite, finster und böse, so verkommt er nun zu einem 0815-Möchtegern-Schönling, ohne jeglichen Tiefgang und das bei einem Charakter, der sowieso schon alles andere als tiefgründig war. Dazu kommt er körperlich nicht ansatzweise an das Original heran und sticht mit seiner farbenfrohen Kleidung kein Stück aus der ebenso bunten Dorfmenge heraus. Hier beißen sich die (versucht realeren?) Darstellungen der höheren Gesellschaftsschicht zu Beginn des Films, mit denen der Dorfbewohner. Alle sehen aus wie Paradiesvögel. Belle, der einzig wahre Paradiesvogel, teilt leider das gleiche Schicksal. Sie geht unter in einer bunten Masse. Auch LeFou ist nicht mehr der, welcher er einst im Original gewesen ist: Ein kleines, unförmiges Anhängsel von Gaston. Nicht der Hellste, doch aber das Hirn der beiden, hat LeFou alles unangefochten über sich ergehen lassen was Gaston ihm auftrug oder antat, wie es sich für einen braven Untergebenen gehört, der keine eigene Meinung hat. LeFou schien dieser Rolle aber keineswegs abgeneigt. Er ist einfach so. In der Realverfilmung hingegen hat er einen eigenen Charakter und rückt mehr in die Rolle eines "Sidekicks" wie bei Superhelden, allerdings ohne Spezialfähigkeiten und wesentlich unbedeutender. Dadurch bleibt eine Menge Humor zwischen LeFou und Gaston auf der Strecke. Der Unterschied zwischen Gaston und LeFou im Original war immens. Gaston böse und gemein, LeFou ein austauschbarer Mitläufer. Es scheint, als würden sie beide in der Realverfilmung voneinander abhängig sein.
Das zuvor genannte persönliche Versagen zieht sich leider durch den Großteil der auftretenden wichtigen Charaktere. So war Belles Vater ursprünglich Erfinder, ein verrückter, kleiner und dicklicher "Professor", der mit mehr Glück als Verstand seine Erfindungen zusammen gehämmert hat. Liebenswert, trottelig, sehr sympathisch und all das sehr wichtig, um später im Original Belles große Sorge um ihn nachvollziehen zu können. Gemacht haben sie aus ihm eine gewöhnliche, belanglose, selbstsichere, schlanke und absolut austauschbare Persönlichkeit. Die liebevolle Beziehung zu Belle und ihrem Vater ist wie vom Erdboden verschluckt. Weiterhin ist er nun Uhrmacher. Mit diesem Beruf musste seine Schusseligkeit weichen und wurde durch Perfektionismus und akkurates Arbeiten ersetzt. Traumhaft.
Es folgt eine grauenvolle CGI-Szene, in der Belle aus dem Dorf, singend in die nahen Hügel rennt und die Kamera ein Panorama der Umgebung zeigt. War im Budget kein Geld mehr für 'ne Wiese? Diese Szene allein beschreibt hervorragend den gesamten Film: Leidenschaftslos, künstlich, kalt.

Nachdem Belles Vater den Wölfen entkommen und am Schloss angekommen ist, erkundet er völlig selbstverständlich und mit selbstsicherem Gang den Eingangsbereich des Schlosses. Natürlich passend zu seinem neuen Charakter. Nein! Ihr Vater wurde gerade beinahe von Wölfen getötet, ihm ist furchtbar kalt, er hat Angst und so sollte er sich auch verhalten! Das Biest entdeckt ihn, er wird eingesperrt, das Pferd rennt zurück, usw. usf.
Als das Biest im Original nun das erste Mal ins Licht tritt, war dies ein sehr einschüchternder Moment. Es ist furchteinflößend und wirkt bis auf seine Kleidungsreste geradezu unmenschlich. Nichts davon in der Realverfilmung. Wie auch zuvor als Belle auf die Wiese rannte, wirkt das Biest lieblos animiert und darüberhinaus viel zu menschlich. Es hat den Titel "Biest" nicht einmal verdient. Wenn ich mir den Prinzen am Ende des Filmes mit übertrieben viel Haaren im Gesicht vorstelle, komme ich auf das gleiche Ergebnis. Es geht keinerlei Bedrohung mehr von ihm aus.
Immerhin sind nun die beiden eigentlichen Protagonisten des Films "vereint" und ihre Beziehung.. Moment, was? Wie schön war es im Original anzusehen, wie sehr das Biest mit sich selbst zu kämpfen hatte. Es war von inneren Konflikten mit sich selbst zerrissen und wusste ganz genau was es bedeuten könnte, daß ein solch hübsches Mädchen sein Schloß betritt. Doch eben jene Konflikte und sein langes Dasein als Biest machten es ihm umso schwerer aus seiner Haut zu gehen und den menschlichen Part seiner selbst zuzulassen. Erst durch die Hilfe seiner Bediensteten, gelang es ihm, sich Stück für Stück zu öffnen. Und die Bediensteten mussten dafür einiges über sich ergehen lassen. Das Biest ging mit ihnen alles andere als zaghaft um!
Dann kam jedoch die Neuverfilmung. Eine sich entwickelnde Beziehung zwischen Belle und dem Biest ist quasi nicht vorhanden. Es ist ein Skelett, eine Idee einer Beziehung, die es eventuell mal werden sollte. Aussagekräftige Mimik, Persönlichkeit, dieses gewisse Etwas zwischen den beiden ist unauffindbar. Ich denke dabei bspw. an die Szene im Original, als das Biest Belle zum Abendessen "einlädt". Das Biest kämpfte mit sich, um Gefühle zu äußern, seine Stimme zu ändern und seinen gewohnten Befehlston anzupassen. Zwar fiel es am Ende der Szene wieder in seine alten Muster zurück, so zeigt sie aber sehr schön, wie sehr das Biest im Konflikt mit sich selber steht. All dies spiegelt sich auch im Gesicht des Biestes in selbiger Szene wieder. Vergleicht man diesen Part mit der Realverfilmung, bleibt davon nur eine leere Hülle. Bedeutungslose Mimik, emotionale Flatline. Ebenfalls kommen die Bediensteten in dieser Version deutlich besser davon. Ein großes Ringelpiez mit Anfassen, jeder ist glücklich und keinem wird auf die Füße getreten. Leider ist dies nicht das einzige Problem mit dem Personal. Das Problem ist das Personal. Wie die Überschrift bereits verrät, sollte dieser Film besser "Die Uhr und der Kerzenhalter" heißen, denn hier war offenbar jemand äußerst stolz auf seine Computereffekte und es wird keine Gelegenheit ausgenutzt, um dies dem Zuschauer immer und immer wieder in Erinnerung zu prügeln. Das Biest und Belle sind Nebendarsteller in ihrem eigenen Theater.. ich meine Film. Es ist einfach schade. Sie gingen sogar so weit, aus dem Kerzenhalter einen Menschen zu machen - sozusagen. Alle Einrichtungsgegenstände, bzw. Bediensteten sehen sehr gelungen aus und bei den meisten sind ihre menschlichen Anspielungen gut integriert und versteckt angedeutet. Doch bei dem Kerzenhalter haben sie den Bogen weit überspannt. Ein Straßenkünstler im goldenen Mantel und ein paar Kerzen in den Händen wären günstiger gewesen, als diese aufwändigen CGI und zudem auch passender für dieses Theater. Anstelle jedem Sofa, jeder Couch oder jedem Klavier eine eigene Persönlichkeit aufzudrängen, hätte diese Zeit besser in die Beziehung zwischen Belle und dem Biest investiert werden sollen. Gleiches gilt für die CGI. Die Uhr und der Kerzenständer sehen aus wie.. einfach fantastisch, das meine ich ernst. Diese beiden Charaktere sind wundervoll animiert. Das Biest hingegen wirkt, als wäre beim Rendern der Daten keine Zeit mehr gewesen für die letzten Schichten. Es wirkt flach, eindimensional und farblos. Hmm. Passend zum Charakter. Wenn das so gewollt war: Gute Arbeit.

Manchmal sind es die Kleinigkeiten, die einen enormen Unterschied machen. So in der nächsten Szene, als das Biest Belle seine Bibliothek zeigt. Im Original ist sich das Biest über den Effekt, den dieser Raum auf Belle hat bewusst, übt sich aber dennoch in Bescheidenheit und erfreut sich an ihrer Reaktion, als es ihr die Bücher präsentiert. In der Neuverfilmung antwortet das Biest auf Belles überwältigenden Eindruck nur mit einem "I guess so". Das Biest sollte sich doch im Klaren sein, daß hier seine Rettung im Raum steht und etwas mehr Begeisterung an den Tag legen, in Anbetracht der Tatsache, was auf dem Spiel steht. Stattdessen macht es einen gelangweilten, passiven Eindruck.
Weniger gelangweilt, allerdings auch nicht so sympathisch schüchtern wie im Original, benimmt sich das Biest in der Szene außerhalb des Schlosses, als Belle mit Schnee wirft und das Biest das Pferd streichelt. Im Original steht quasi "schüchtern" auf seine Stirn geschrieben, in der Neuverfilmung ist die Situation etwas entspannter auf seiner Seite, was dem Charakter allerdings nicht wirklich schadet.
Dann ist da noch die kleine Szene im Original mit den Vögeln, die auf dem Biest sitzen und sich füttern lassen. Ja, was ist mit den Vögeln? Wo ist die Szene hin? Sehr schade, daß sie fehlt, sie war so herzlich. Stattdessen hat man sich lieber für eine gestückelte Hintergrundgeschichte zu Belles Mutter entschieden und diese über den Film hinweg hier und da eingestreut. Hat mich persönlich nicht gestört, ist aber ziemlich uninteressant gewesen. Vielleicht hätte das besser in einen Director's Cut gepasst, wenn es unbedingt einen geben müsste.
Ebenfalls etwas mehr Budget hätte Belles gelbes Kleid gebrauchen können. In der Neuverfilmung sieht es aus, als wäre es fünf Minuten vor Filmdreh von einem Praktikanten zusammen getackert worden sein. Es hängt an Belle hinunter wie ein Reststück Stoff einer Gardine. Und außerdem: Was sollen der Ohrschmuck und der lachhaft große Baumanhänger um ihren Hals? Merchandise? Dabei passt das Band des Anhängers farblich nicht einmal zum Kleid. Und wo sind eigentlich ihre Handschuhe? Stoff alle?

Nachdem Belle vom Biest frei gelassen wird und zurück in ihr Dorf kehrt, um sich um ihren Vater zu kümmern, entsteht ein weiterer kleiner aber sehr gravierender Unterschied zwischen den beiden Filmen. In der Neuverfilmung zeigt sie von sich aus den Spiegel, auf dem das Biest zu sehen ist und verrät es damit sozusagen in dem Moment, als sie das Dorf betritt. Im Original hat sie den Spiegel gar nicht erst zur Hand und holt ihn nur im letzten Moment, als allerletzten Ausweg, ihren Vater zu retten, um zu beweisen, daß er nicht verrückt ist. Im gleichen Atemzug geht sie sofort darauf ein, den Dorfbewohnern zu erklären, sie sollen sich nicht vom Anblick des Biestes täuschen lassen, es sei sehr herzlich. Das zeigt wie stark die Bindung der beiden im Laufe ihrer Bekanntschaft geworden ist. All ihre Handlungen spiegeln sich wie so oft in ihrem Gesicht wieder. Leider ist auch davon in der Realverfilmung nichts übrig geblieben.
Der Kampf zwischen den Bediensteten und Dorfbewohnern zum Ende ist in der Realverfilmung etwas modernisiert und entsprechend der Computereffekte angepasst. Auch der Showdown zwischen Gaston und dem Biest ist im Großen und Ganzen nicht weiter erwähnenswert, abgesehen von Gastons langweiligem Charakter. Im Original beinahe wahnsinnig, in der Neuverfilmung.. ich erinnere mich schon gar nicht, so langweilig war es.

Dann ist da noch das Ende. Die Liebesbekundung, der magische Moment, auf den wohl die meisten so lange gewartet haben. Original: Bevor das letzte Blatt der Rose fällt, gesteht Belle dem Biest ihre Liebe. Das letzte Blatt fällt und der Fluch beginnt sich zu lösen. Schön. Realverfilmung: Das letzte Blatt fällt, die Hexe kommt an, Belle gesteht dem Biest ihre Liebe und der Fluch wird aufgehoben. Nichts magisches daran zu finden. Vielleicht magisch im Sinne von, daß alles bunt ist und überall Lichter sind, yeah. Der einst wirklich magische Fluch des Originals, welcher sich automatisch lüftet, wenn zwischen den beiden das starke Gefühl von Liebe entstanden ist, wurde hier zerstört. Nun sieht es so aus, als müsse die Hexe mit ansehen, daß Belle sagt, sie liebe das Biest (ob das stimmt oder nicht, kann sie niemals nachvollziehen). All das geschieht auch noch nachdem das letzte Blatt der Rose fiel. Ja, wie geht das denn? Unsinnig, Romantik gleich Null. Stimmungstöter aller höchster Klasse.

Die Lieder in der Realverfilmung sind gelungen, wenn mich auch die Darsteller in der Präsentation dieser nicht überzeugen konnten. Belle erinnert mich mehr an einen Fisch, welcher den Mund tonlos auf und zu macht, als das sie tatsächlich ein Lied sänge. Auch bei dem Lied, welches ihr die Bediensteten zum Essen singen, wirkt sie mehr wie eine ferne Beobachterin, als wäre sie tatsächlich Teil des Erlebnisses. Klar, alles um sie herum ist animiert, doch vom Kind-im-Süßigkeitenladen-Eindruck des Originals ist hier nichts mehr übrig. Sie sitzt nur ihre Zeit ab. Genauso habe ich mich beim Ansehen des Filmes auch gefühlt. Gedanklich ein wenig fern, genaugenommen 1991-fern und nur körperlich anwesend. Zwei mal habe ich den Film gesehen, weil ich mir meine Kritik nach dem ersten Durchlauf nicht so recht eingestehen wollte. Leider wurde es nur schlimmer.
Wie man eine respektable Realverfilmung von "Die Schöne und das Biest" macht, die diesen Titel auch verdient, sieht man hingegen sehr schön an der französischen Version aus dem Jahr 2014, welche sich zudem auch noch mehr an der geschriebenen Geschichte orientiert. Belle entspricht zwar auch in dieser Version nicht meiner Idealvorstellung aber aufgrund der anderen Herangehensweise an das Material stört mich das keineswegs. Vielmehr stellt dieser Film eine andere Interpretation der (ursprünglichen) Geschichte dar und somit kann ich die Charaktere auch losgelöst von der Disney-Vorlage betrachten. Insbesondere ist diese ältere Variante ein Märchen und dies zeigt sich in jeder einzelnen Szene. Ein liebevoll mit Leidenschaft kreiertes Märchen. Die neuere Realverfilmung versuchte zu kopieren und scheiterte grandios, die ältere Realverfilmung interpretiert und dies gelang ihr vorzüglich.
Für mich ist die neue Realverfilmung eine einzige große Enttäuschung. Computereffekte sind die wahren Hauptdarsteller, wodurch die eigentliche Geschichte auf der Strecke bleibt, im besten Fall nur mit gezerrt wird, um die nächsten CGIs zu rechtfertigen. Gäbe es in dem Film mehr Explosionen, würde es mich nicht wundern, wenn Michael Bay Regie geführt hätte. Ohne Herz und ohne Seele.


Was soll eigentlich diese dämliche Kleidung und Schminke, die die Bediensteten in der Realverfilmung tragen? Ist das ein weiterer Schritt in Richtung Realismus, um die Epoche in der der Film spielt authentischer zu machen? Sofern dies der Fall ist, frage ich mich, aus welchem Grund schwarze Frauen mit weißen Männern tanzen dürfen und Schwule dabei sind. Ach ja, LeFou ist übrigens auch schwul. Scheiß pc.






karg, 2018

Sonntag, 14. Januar 2018

161011 - Befreiung von A.L.Night

Titel: 161011 – Befreiung
Autor: Aurelia L. Night
Verlag: TagträumerVerlag
Seiten: 272
Taschenbuch
Reihe

Als 161011 erwacht, ist sie zunächst orientierungslos. Doch schnell wird ihr ihr Platz im Leben gezeigt. Sie ist Vampirjägerin, erschaffen um die Menschheit vor den Vampiren zu beschützen. Doch dann begegnet sie Gabriel, der ihr zeigen möchte, dass die Welt nicht nur schwarz oder weiß ist. Wird er gegen ihre Sturheit ankommen?

Dieses Buch hat mich geflasht. Ich war von Anfang an von der Geschichte begeistert. 161011 ist ein sehr spannender Charakter. Obwohl ihr einiges an Grundwissen eingepflanzt wurde, fehlen ihr oft Dinge, die sie ihm Leben außerhalb des Labors braucht. Zum Beispiel weiß sie nicht, was Unterwäsche ist oder wie Zwischenmenschliche Beziehungen funktionieren.
Auch Gabriel ist sehr interessant, weil er schon sehr lange lebt und manchmal die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. Doch treibt ihn 161011 mit ihrer Sturheit in den Wahnsinn, mich übrigens auch.
Sehr gefallen hat mir auch Gabriels Mutter, obwohl sie sich manchmal in Angelegenheiten einmischt. Doch sie scheint einfach mehr zu wissen als alle anderen und spielt so manchmal das Schicksal in der Geschichte.

Der Schreibstil ist sehr flüssig. Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von 161011 und Gabriel. Ich hoffe, dass der zweite Teil bald raus kommt . ;)
Das einzige, was mir nicht gefallen hat, ist der Klappentext. Ich gebe zu, ich hab das Buch gekauft, weil ich bequatscht wurde und habe deswegen den Klappentext erst gelesen, als ich das Buch zur Hälfte durch hatte und wurde prompt gespoilert. Nicht schön!

Mittwoch, 10. Januar 2018

Glückwunsch zum Geburtstag, Zombie von W.Hofman

Titel: Glückwunsch zum Geburtstag, Zombie
Autor: Will Hofmann
Verlag: WiebersVerlag
Seiten: 132
Taschenbuch

Professor Walter litt an Demenz, als er gestorben ist. Margot Hensel war schon alt, als ein Schlaganfall sie ans Bett fesselte und sie ihren Lebenswillen verlor. Wachtendonk wollte nur eine Motorradtour machen, als er auf nassem Laub ausrutschte. Anton Binger war Koch, als ein Schlaganfall sein Leben veränderte. Was diese Leute gemeinsam haben? Den Tod. Und dass sie alle in Professor Walters Grabnähe begraben wurden. Dieser war nämlich Teil eines Experiments mit Phosphaten, dass sie zum Untoten erweckt hat, oder Pilzmenschen, wie sie sich später nennen. Doch es kann nicht immer alles friedlich sein, und so kommen die Pilzmenschen auf die Oberwelt.

Das ganze Buch ist sehr spannend, sehr biologisch und chemisch beschrieben. Anfangs sind es ziemlich viele Namen, bei denen man, ähnlich wie bei Game of Thrones, schnell durcheinander kommt, doch später kann man die Tode den Pilzmenschen schon gut zuordnen. Sehr spannend finde ich die Entstehung der Untoten bzw. die Regenerierung, und die Bildung der Parallelgesellschaft. Der Schreibstil ist sehr flüssig und das ganze Buch ist, trotz der chemischen und biologischen Fachbegriffe, sehr gut zu verstehen.


Montag, 8. Januar 2018

Der Wanderer - Madrak von D.Stalder

Titel: Der Wanderer – Madrak (Band 2 der schwarzen Staffel)
Autor: Dominique Stalder
Seiten: 348
Taschenbuch
Reihe: Der Wanderer

Achtung! Spoiler zu Band 1!

„Sein Weg durch die Lande war eine Reise voller Schmerz. Menschen traten in sein Leben, nur um kurz danach in aller Grausamkeit dieses wieder zu verlassen.“ (S. 61)

Nachdem der Wanderer aus dem Dorf Uriatha geflohen ist, trifft er auf den Dämon des Söldnergenerals Tarak. Doch dieser Dämon greift ihn nicht an, so wie all die anderen. Aus Dankbarkeit für seine Freiheit versucht er Madrak zu helfen und schickt ihn nach Kar‘Duk, zum schwarzen Tempel. Der Wanderer weiß aber auch, dass er vor dem Herzog von Carinto dort sein muss, denn er hat ihm gegenüber sein Versprechen gebrochen und möchte ihm nicht begegnen.

Die Wanderer-Reihe ist sehr düster, aber das hat Dark Fantasy eben so an sich. In diesem Teil nimmt der Wanderer den Namen an, den Maela ihm gegeben hat, um ihr Andenken zu ehren. Nach einem sehr ausführlichen Rückblick über die bisherige Reise des Wanderers, geht es auch übergangslos vom ersten Band Die schwarzen Klippen/ Tulan in den zweiten Band über.
Der Wanderer möchte nicht nur mehr über sich und seine Vergangenheit erfahren und Myrael finden, sondern auch herausfinden, warum er Milih`Phen genannt wird. Er erhofft sich Antworten im Schwarzen Tempel, und gerät in Kar‘Duk zwischen die politischen Fronten.

Sehr spannend finde ich die Geschichte der Drei Weisen von Kar‘Duk. Sie lässt Platz für eigene Gedanken und Vermutungen und hält so die Spannung im Buch aufrecht. Auch die Entwicklung des Wanderers und seine Entscheidungen überraschen den Leser.
Der Schreibstil ist sehr düster, sehr flüssig und sehr bildhaft. Besonders gefällt mir nicht nur die Karte am Anfang, sondern auch die Bilder am Anfang von jedem Kapitel. Alles in allem ist die Aufmachung des Buches sehr schön und die neuen Cover finde ich richtig gut gelungen.

Wer die Wanderer-Reihe noch nicht angefangen hat, sollte dies tun. Ich bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht.

Donnerstag, 4. Januar 2018

Locked Tight - Gefährliches Misstrauen von S.K.Quinn

Titel: Locked Tight - Gefährliches Misstrauen (Mindjack #4)
Übersetzer: MichaelDrecker
Seiten: 231
eBook

Zephyr MacCay ist ein Jacker, der sich als Leser ausgibt und sich mit verschiedenen Arbeiten über Wasser hält. Nachdem er eine Leserin vor einem Jackerangriff rettet, wird er als Bodyguard angestellt mit der Aussicht, dass seine Familie gefunden wird, die er seit seiner Flucht vor zwei Jahren nicht mehr gesehen hat. Doch das Mädchen, auf das er aufpassen soll, hat andere Pläne, die ihn schnell als das outen, was er ist: Ein Jacker. Das rückt ihn in den Fokus der DARPA und ein gefährliches Spiel beginnt.

Ich mag die Trilogie um Kira Moore und die Mindjacker total, fand das Ende nur nicht so prickelnd. Umso mehr freue ich mich, dass es mit der Reihe weiter geht. Zwar ist der Protagonist jemand anderes, aber man trifft trotzdem alte Bekannte.
Zeph ist ein spannender Charakter. Er ist zwar ein Jacker, hat aber meistens keine guten Erfahrungen mit anderen Jackern gemacht. Deswegen gibt er sich als Leser aus: zum Schutz seiner selbst und aller anderen. Denn er fürchtet seine eigene Fähigkeit und was man damit anrichten könnte.
Aber auch die politische Situation zwischen Jackern und Lesern wird in diesem Buch immer wichtiger. Der Hass einiger spitzt sich immer weiter zu, und doch gibt es Augenblicke, wo Jacker und Leser friedlich zusammen arbeiten.
Alles in allem bin ich sehr gespannt, wie es mit Zeph weiter geht. Er ist mir schon in so kurzer Zeit sehr ans Herz gewachsen, dass ich den nächsten Teil der Reihe kaum erwarten kann. ;)