Freitag, 20. Juli 2018

Weltenamulett – Das Erbe der Trägerin von A.-K- Karschnick

Titel: Weltenamulett – Das Erbe der Trägerin
Seiten: 257
eBook

Melissa entdeckt an ihrem 17. Geburtstag ein Amulett, welches ihr den Verstand raubt. Zumindest findet sie sich erst spät damit ab, dass sie wirklich in eine andere Welt gereist ist. Erst mit der Zeit akzeptiert sie, dass es kein Traum ist und das weckt die Wut auf ihre Mutter, die sie nicht schon in jungen Jahren auf ihre Aufgabe vorbereitet hat. So landet sie auf der Welt Traveste und fühlt sich völlig überfordert.

Während des ganzen Buches habe ich mich immer wieder gefragt, wie ich wohl reagieren würde, wenn mir so etwas widerfahren würde. Daher kann ich mit Melissa von Anfang an mitfühlen. Sie ist sehr mutig, manchmal etwas vorschnell, und dann verfällt sie wieder in Panik. Aber am Ende schafft sie es doch irgendwie und nimmt sich für die Zukunft sehr viel vor. Und ich hoffe sehr, dass es mit dem Weltenamulett weitergeht, denn ich bin sehr gespannt auf neue Welten. Dieses Buch erfreut ein Dr.Who-Herz :)

Der Schreibstil ist sehr flüssig, die Charaktere sind sehr gut beschrieben. Die Beschreibung von Traveste ist faszinierend, nicht nur die Umgebung, auch die Tiere und Menschen. Die Autorin hat nicht nur eine fantastische Welt geschaffen, sondern sie auch wahr werden lassen.

Rezension aus dem Bücherschloss

Donnerstag, 19. Juli 2018

Verrücktes Herz von L. Eiken

Titel: Verrücktes Herz
Autor: Liv Eiken
Verlag: Feuerwerke Verlag
Seiten: 204
eBook

Ava ist Hausfrau und Mutter. Doch in letzter Zeit kann sie sich kaum aufraffen und es niemandem Recht machen. Als dann ihr Mann ihr offenbart, dass er sich in eine andere verliebt hat, bricht ihre Welt zusammen und sie findet sich in einer Nervenheilanstalt wieder. Dort trifft sie auf Jacky, Güni und Wulf, und die drei „Irren“ verändern Avas Leben.

Dieses Buch ist aus dem Leben gegriffen. Ava ist eine ganz normale 43jährige Frau mit zwei erwachsenen Kindern, die es nicht wahrhaben will, dass sie „flügge“ sind. So langsam droht sie in eine Depression zu rutschen. Den letzten Tropfen im vollen Fass liefert dann ihr Mann und Ava findet sich aus dem Leben gerissen in einer Gruppensitzung in der Nervenheilanstalt. Doch sie schafft es schnell nicht nur allen anderen zu helfen, sondern vor allem sich selbst.
Dieses Buch hat eine Moral, die sich jeder Mensch zu Herzen nehmen sollte: Bei der ganzen Liebe für alle anderen, sollte man auch die Selbstliebe nicht vergessen. Oder: Man darf sich selbst nicht vergessen, sollte sich auch mal eine Auszeit gönnen. Gerade als Mutter ist es angebracht, mal Zeit für sich zu haben.

Dieses Buch ist aber nicht perfekt; es gibt einige Kritikpunkte, die mich gestört haben. Zum einen ist da die Sprache. Sie würde nicht so sehr ins Gewicht fallen, wenn Ava sich nicht selber darüber beschweren würde:
„Da ist er schon wieder, der Unterschichtenjargon, den ich so verschmähe.“ (S. 120)
Wenn sie diesen „Unterschichtenjargon“ so verschmäht, warum redet sie manchmal so sehr umgangssprachlich, dass mir die Ohren flattern? An einigen Stellen fand ich ihre Bemerkungen einfach sehr derbe und unpassend. Und dabei lasse ich Wulf außer Acht, der sich als Küken der Gruppe in, was ich vermute, Jugendsprache artikuliert. Manchmal etwas übertrieben, bringt aber Witz in die Geschichte und lockert selbst ernste Themen auf.

Auf der andern Seite finde ich Avas Selbstfindung nachvollziehbar und spannend, mit allen Höhen und Tiefen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und man findet schnell in die Geschichte rein. Alles in allem also ein gelungenes Buch, abgesehen von der Umgangssprache manchmal.

Sonntag, 15. Juli 2018

In meinem Himmel von A.Sebold

Titel: In meinem Himmel
Autor: Alice Sebold
Übersetzer: Almuth Carstens
Verlag: Goldmann
Seiten: 382
Gebundene Ausgabe

Susie Salmon wurde am 6.Dezember 1973 umgebracht. Als sie in ihrem Himmel ankommt, ist sie zunächst verwirrt. Doch schnell stellt sie fest, dass sie ihre Lieben beobachten kann, und ihren Mörder. Auf der Erde wird Susie erstmal als vermisst gemeldet und erst der Fund ihres Ellenbogens beweist, was ihre Familie schon längst wusste: Susie kommt nicht mehr nach Hause. Während die Polizei sich bemüht Susies Leichte und ihren Mörder zu finden, bemüht sich ihre Familie mit dem Leben wieder zurecht zu kommen.

Dieses Buch ist schwer. Es erzählt die Geschichte einer Familie, die eine Tochter, eine Schwester, eine Enkelin verloren hat. Es erzählt die Geschichte von Menschen, die eine Freundin, eine Geliebte verloren haben. Und das alles aus der Sicht von Susie, die einem allwissenden Erzähler gleich kommt und mehr sieht, als den Menschen, die an sie denken, bewusst ist. Dieses Buch ist eine Geschichte über Verlust und dass das Leben trotzdem weitergehen muss; dass man nicht in seinem Kummer eingeschlossen bleiben darf; dass es immer Menschen gibt, die für einen da sind, auch in den schwierigsten Zeiten; dass man nicht allein ist, auch wenn man sich so fühlt.
In der Geschichte geht es aber auch um den Mord an Susie, wenn auch nicht vorrangig. Der Leser weiß von Beginn an, wer der Mörder ist und kann, wie Susie, beobachten, wie alle um ihn herum schleichen und hoffen, dass er sich verrät.
Dieses Buch ist eine Geschichte über ein Mädchen, dass erwachsen wird, obwohl es schon tot ist. Es ist eine Geschichte über das Leben, und dass es voran gehen muss, auch wenn man still steht.

Am Ende muss ich leider sagen, dass ich das Buch recht langatmig fand. Die Zeit direkt nach Susies Tod war anfangs sehr spannend, man hat die Charaktere kennen gelernt. Aber mit der Zeit wurden Susies Beobachtungen immer banaler. Und auch der Schreibstil ist recht abgehackt, manchmal wechsel Susie auch zwischen den Menschen hin und her. Es ist eben eine 14jährige, die diese Geschichte erzählt. Für sie sind andere Sachen wichtiger, als für uns. Zumal sie tot ist. Jeder muss für sich entscheiden, ob er sich diesem Buch stellen möchte. Mir wurde es sehr empfohlen, aber ich kann diese Empfehlung nicht weiter geben. Ich fand das Buch okay, aber nicht berauschend oder sehr berührend.


Freitag, 6. Juli 2018

Schattenruf von K.Bellis

Titel: Schattenruf (Erzählung)
Autor: Klara Bellis
eBook

Klappentext:
Jan wird sterben. Dabei fing alles so wunderbar an: Mit Anfang fünfzig scheint sein Leben gelaufen, bis er eines Tages eine geheimnisvolle junge Frau kennenlernt. Das Glück kehrt zu ihm zurück und mit ihm die Albträume. In ihren Schatten lauert etwas - und es ruft.
Achtung! Diese Geschichte enthält die eine oder andere grausame Szene. Denn bei Vampiren weiß man nie so genau.

Klara Bellis schreibt sehr spannend. Wer Trywwidt kennt, weiß das. (Nach wie vor eins meiner absoluten Lieblingsbücher). So habe ich mich sehr über ihre Nominierung für den Deutschen Phantastik Preis gefreut. Und noch mehr, dass sie diese kleine Erzählung als Print verlost hat. In diesem Buch geht es um einen ganz normalen 50jährigen Mann, der spontan beschließt sich um den Garten des Hauses nebenan zu kümmern. Dabei lernt er eine junge Frau kennen, die ihm, zumindest moralisch, bei der Gartenarbeit hilft. Doch als es um den Verkauf des Hauses geht, geschehen mysteriöse Dinge. Und wo ist die junge Frau geblieben?
Klara Bellis schafft es, Vampire ganz normal wirken zu lassen, und gleichzeitig etwas Witz und Charme in diese doch sehr düstere Geschichte zu bringen. Mir hat nur Trywwidt etwas gefehlt ;)

Donnerstag, 5. Juli 2018

Cecilia – Wenn die Sterne Schleier tragen von A.Nigra

Bild von der Verlagsseite
Titel: Cecilia – Wenn die Sterne Schleier tragen (Band 1)
Autor: Anna Nigra
Seiten: 398
Taschenbuch
Reihe Cecilia

Cecilia Feyer ist groß, schlank, blond, und dem Kronprinzen versprochen. Ihr Vater hat dem König von Europa einmal das Leben gerettet, weswegen dieser die Familie Feyer unterstützt. Und verlang, dass Cecilia den Kronprinzen Noran heiratet. Sie versteht nicht, wieso sie einen Fremden heiraten soll. Doch sobald sie mit ihrer Familie in der Europäischen Hauptstadt Vienna ankommt und im Palast lebt, lernt sie auch die Königsfamilie besser kennen.

Dies ist ein Buch voller Intrigen, Eifersucht, Liebe und Politik. Ein bisschen hat es mich an Selection erinnert, nur dass die zukünftige Königin schon fest steht. Cecilia kommt mir an einigen Stellen sehr blauäugig vor, sehr naiv. Sie lässt sich leicht von ihren Gedanken ablenken, bzw. schiebt sie diese aus ihrem Kopf und denkt auch später nicht nochmal nach.
Noran und Elias, die beiden Prinzen, können kaum unterschiedlicher sein. Und doch verdrehen sie Cecilia den Kopf und eine Dreiecksgeschichte bahnt sich an. Und ja, es ist so aufreibend, wie es klingt. Doch was mich an der Geschichte wirklich fasziniert ist die Geschichte. Wie ist es zu dieser Welt und den drei mächtigsten Nationen gekommen. Warum versuchen die Amerikaner, Europa anzugreifen? Was haben der König und Cecilias Vater für ein Geheimnis? Und was meint ihr Onkel mit „Entdecke, wer du bist“? Diese vielen Geheimnisse machen dieses Buch so spannend.
Das Buch ist in der Ich-Perspektive aus Cecilias Sicht geschrieben. Die Kapitel sind manchmal datiert, sodass der Leser nachvollziehen kann, in welchem Zeitraum das alles spielt. Der Schreibstil ist sehr flüssig und der Leser kommt schnell in die Geschichte rein. Cecilia berichtet, wie sie in diese Situation gekommen ist und stellt auch ihre Familie etwas vor, was mir sehr gut gefallen hat.

Alles in allem ist es ein wirklich schönes Buch. Die Liebesgeschichte ist etwas (auf Teufel komm raus) dramatisch, aber die Politik und Intrigen drum herum machen die Geschichte wirklich spannend. Ich kann mir wirklich gut vorstellen, dass Selection-Fans ihren Spaß an dem Buch haben werden.

Sonntag, 1. Juli 2018

Monatsrückblick: Juni 2018

Monatsrückblick: Juni 2018

Das Jahr ist schon zur Hälfte rum und ich habe noch nicht ganz 50 Bücher gelesen. Hier kommen meine gelesenen Bücher diesen Monats:


Das macht 2250 gelesene Seiten bei 6 beendeten Büchern. Hier kommt mein Neuzugang und mein SuB:

Ein Neuzugang

SuB: 14 Bücher

Top Charakter: Books
Flop Charakter: Bei dem Übermaß an Liebesromanen, habe ich diesmal keinen.
Top des Monats: Wir waren Eis essen, ich habe Bücher aussortiert, das Wetter war schön.
Flop des Monats: Ich war krank :(

Freitag, 29. Juni 2018

Der letzte Liebesbrief von J.Vellguth

Titel: Der letzte Liebesbrief
Autor: J.Vellgut
Seiten: 334
eBook

Nein, wenn ich philosophisch werden wollte, hätte ich noch angemerkt, dass wahre Schönheit tatsächlich von innen kommt. Und zwar nicht, weil damit deine inneren Werte gemeint sind […], sondern weil du für dich selbst entscheidest, dass du ein liebenswerter und hübscher Mensch bist. Erst wenn du das ehrlich empfindest, können auch andere Menschen anfangen, genauso zu fühlen.“ (S.334)

Klappentext:
Warum hat sie ihn versteckt?
Ein geheimnisvoller Liebesbrief im Haus ihrer Tante ist der Anfang von Nells Reise zu vergessenen Orten und verlorenen Plätzen. Dabei trifft sie auf den attraktiven Fotografen Sam, der schon vor langer Zeit seine Muse verloren hat. Gemeinsam folgen sie den Spuren der Vergangenheit und begeben sich auf die Suche nach einer alten Liebe. Doch was sie dabei finden, ist ganz anders als erwartet.

Der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht und ich wollte Nell und Sam sofort auf dieser Reise begleiten. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Nell ist eine starke, junge Frau, mit einer Narbe im Gesicht. Sie hat viele Geschichten, wie sie zu dieser Narbe gekommen ist, und keine kommt nur ansatzweise an die Wahrheit heran. Doch Sam sieht durch Nells Maske und ist ebenso neugierig auf die Frau dahinter, wie ich es war. Nell öffnet sich nur zögerlich, fast schon widerwillig, doch die gemeinsame Reise auf der Suche nach Briefen mit dem Schmetterling drauf, verbindet die beiden.
Nell und Sam sind beide sehr gegensätzlich, und irgendwie auch nicht. Während Sam eine riesige Familie hat, ist Nell bei ihrer Tante aufgewachsen. Nell lässt ihre Kreativität an den Haaren ihrer Kunden aus, Sam ist auf der Suche nach seiner Muse. Beide haben ein gebrochenes Herz und hoffen etwas durch diese Briefe zu finden: Nell sucht Antworten und Sam seine Muse. Zusammen sind sie ein gutes Team und ergänzen sich bei der Suche prima. Sie fangen sich auch gegenseitig auf, wenn jemand mal weiter fällt als der andere.

Der Schreibstil ist sehr flüssig, man kommt schnell in die Geschichte rein. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Sam und Nell, doch daran gewöhnt man sich schnell. Jedes Kapitel ist mit einem Songtitel überschrieben, was ich sehr nett finde, aber die meisten Lieder kannte ich leider nicht. Auch fehlte mir die Playlist als Übersicht irgendwo nochmal. Das wäre noch ein schönes Extra. Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen, die Geschichte um Sam und Nell hat mich gefangen genommen und ich habe jeder neuen Station und dem nächsten Brief entgegengefiebert.